(25.01.06)

In Auerbach verschwindet Industriebrache


"„WEMA-Schornstein gesprengt“"

Die Drei-Türme-Stadt Auerbach hat einen Schornstein weniger. Mit einer gewaltigen Detonation kippte am 21. Januar die 43 Meter hohe Esse der ehemaligen Werkzeugfabrik WEMA. Mit der Sprengung ging der Abriss der Industrieruine weiter. Laut Plan soll Ende März von der
WEMA-Fabrik nichts mehr zu sehen sein.

Der Sprengmeister von den Hartsteinwerken Uwe Bernhardt zeigte sich kurz vor dem Zünden des Sprengstoffes gelassen. „Wir haben zwei Tage lang am Fuß des Schornsteines 14 Löcher gebohrt und diese mit 2,5 Kilogramm Sprengstoff gefüllt. Die Esse müsste exakt in die vorgesehene Richtung fallen“ war sich Bernhardt sicher. Und so geschah es auch. Nach drei Hupsignalen ließ eine gewaltige Explosion den Schornstein kurz erzittern. Langsam und bedächtig kippte das Ziegelbauwerk in das Industriegelände. Zum Schluss verabschiedete sich dann der Schornstein mit einer großen Staubwolke von dieser Welt.

Die WEMA-Esse hat immerhin rund 110 Jahre auf dem Buckel. Gebaut in den Jahren 1894 bis 1896 versorgte sie zunächst das Kesselhaus der alten Teppichfabrik TEFZET. Diese produzierte bis nach dem zweiten Weltkrieg Fußbodenbeläge. 1950 wurde die Teppichfabrik nach Oelsnitz verlegt, in Auerbach begann der Werkzeugmaschinenbau. Bis Anfang der neunziger Jahre lief in der WEMA die Produktion, der Schornstein qualmte 1991 das letzte Mal. Mit dem Abriss der WEMA verschwindet in Auerbach eine weitere Industriebrache. Ende März soll alles erledigt und begradigt sein. Zunächst werden dort Parkplätze entstehen. Nur der denkmalgeschützte - aber derzeit leider ungenutzte Verwaltungsbau - der ehemaligen Fabrik bleibt stehen.

Autor: Hagen Hartwig

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